Vita.

Jochen Breyer ist ein Heidelberger in München. Dorthin verschlug es ihn für sein Studium der Politikwissenschaften. Eigentlich wollte er immer schreibender Journalist werden und als er während seines Studiums einen Job bei der Süddeutschen Zeitung bekam, dachte er sich: „Hier möchte ich jetzt erstmal bleiben – so ungefähr 40 Jahre.“
 

Es kam anders. Schuld war zunächst ein Auslandsaufenthalt in Spanien, den er dringend nach dem Studium noch einschieben wollte - wer wusste schon, wie hart das Berufsleben werden würde, also lieber noch mal schnell zwölf Monate ausruhen. Und so führte ihn sein Weg anschließend von Madrid nach Mainz – Hauptsache Journalismus.
 

2011 wurde er Gastgeber des Morgenmagazins, obwohl er eigentlich täglich seine neun Stunden Schlaf braucht, aber was tut man nicht alles für die Karriere. 2012 dann machte das ZDF ihn zum Moderator der Champions-League-Übertragungen an der Seite von Oliver Kahn, was allein schon aus biorythmischen Gründen ein großer Sprung nach vorne war (Acht Uhr Abends statt sieben Uhr früh!). Mal ganz abgesehen von den bis zu 20 Millionen Zuschauern und nicht immer harmoniesüchtigen Trainern im Studio - wobei es auch nicht gerade Jochen vorrangiges Ziel ist, „Harmonie“ zu erzeugen. Lieber auch mal anecken und sich was trauen, findet er, denn mit Nullachtfünfzehnfragen und Nullachtfünfzehnantworten hat man als Zuschauer und Moderator (auch er selbst!) schon weiß Gott genug Lebenszeit vergeudet. Diese Haltung hat ihm die Beschreibung „der Fürchtenichts des ZDF“ (Bild-Zeitung) eingebracht.
 

A propos Lebenszeit: Mit 30 Jahren wurde er Moderator des legendären Aktuellen Sportstudios, jener Sendung, die er früher schon als kleiner Junge immer voller Begeisterung geschaut hatte. Und da war er plötzlich wieder, dieser Gedanke: „Hier möchte ich jetzt erstmal bleiben – so ungefähr 40 Jahre.“ Wobei man das nun wirklich keinem Zuschauer zumuten möchte: 40 Jahre dasselbe Gesicht sehen zu müssen, also arbeitet er seit 2016 auch noch an seiner anderen Leidenschaft: Reportagen. Seine erste Reportage handelte von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Frankreich. Seit 2017 hat er ein eigenes gesellschaftspolitisches Reportage-Format im ZDF: Am Puls Deutschlands. Bislang sind fünf Folgen erschienen.
 

Und wenn es irgendwann mit dem Fernsehen nichts mehr sein sollte?
Dann bewirbt er sich als Ranger im Krueger National Park. Man muss ja Ziele haben, im Leben.